Charlotte Thomas: Die Madonna von Murano

Sanchia Foscari wächst in Venedig im 15. Jahrhundert als Pflegetochter des Glasmachers Piero Foscari auf, doch ihr Leben wird von tragischen Ereignissen bestimmt: ihre Pflegeeltern werden ebenso wie ihre leibliche Mutter von Unbekannten ermordet, und das Kloster, in dem sie danach lebt, wird erst von der Pest und schließlich von Plünderern heimgesucht. Doch Sanchia kann ihren Traum, Ärztin und Hebamme zu werden, verwirklichen. Sie findet viele gute Freunde und die große Liebe in Gestalt des Patriziersohns Lorenzo Caloprini. Warum aber verfolgt Lorenzos Mutter Sanchia mit ihrem Haß, und was hat seine Familie mit dem Tod von Sanchias Mutter zu tun?

"Die Madonna von Murano" ist ein unterhaltsames Buch, das keinen Augenblick lang langweilig wird, und so war es kein Problem, es trotz seiner enormen Dicke - über 1.000 Seiten - innerhalb kürzester Zeit durchzulesen. Die Hauptpersonen haben nicht immer nur Kummer, aber auch nicht immer nur Glück, und genauso soll es in einem guten Buch auch sein, damit es jenen Hauch von Realitätsbezug hat, der zumindest für mich wichtig ist, um ein Buch zu genießen. Es ist aber kein "Ich bin da"-Buch, wie zum Beispiel die Romane von Dorothy Dunnett. Es gibt Autoren, die einen Ort oder eine Situation in wenigen Worten so beschreiben können, daß man sich fühlt, als wäre man dort. Dazu gehört Charlotte Thomas nicht, und auch Sanchia wächst dem Leser nicht so sehr ans Herz, als würde er sie persönlich kennen. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten und würde jederzeit ein weiters Buch dieser Autorin lesen. Note: Gut