Marie Cristen: Beginenfeuer

Flandern im 14. Jahrhundert: Nach dem tragischen Tod ihrer Familie wächst Violante von Courtenay, die Tochter eines burgundischen Adligen, unter falschem Namen in einem Beginenhof in Brügge auf. Ihre Herkunft soll ein Geheimnis bleiben. Bei den Bürgern von Brügge sind die Beginen jedoch nicht gern gesehen, und auch die Kirche möchte diese Frauengemeinschaften verbieten. Violante lernt den Mönch Simon und den Ritter Mathieu kennen, ohne zu wissen, daß ihre Vergangenheit sie mit beiden verbindet. Weitere dramatische Ereignisse führen dazu, daß Violante den Beginenhof von Brügge verläßt. Ihr Weg führt sie zunächst nach Paris, dann zu einem weiteren Beginenhof nach Strasbourg und schließlich zu einem päpstlichen Konzil in Vienne, bevor sie ihren weiteren Lebensweg klar vor sich sieht.

Das Buch ist unterhaltsam, aber es ist ein "kann man lesen, muß man aber nicht"-Buch. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven von Violante, Simon und Mathieu erzählt, aber man leidet nie wirklich mit den Personen mit. Vielleicht liegt das daran, daß man zwar erfährt, wie die Hauptpersonen handeln, und teilweise auch, was sie denken, aber sie haben keine ausgeprägten Charakterzüge. Keine kleinen Ticks oder Laster, die einen Menschen erst menschlich machen. Und obwohl hier - soweit ich das beurteilen kann - nichts beschönigt wird, wirkt auch das Mittelalter seltsam steril. Mein Urteil: befriedigend.